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Wirtschaft & Arbeit

9000 Arbeitsplätze in Gießen mit Handel verknüpft


Gießens wirtschaftliche Stärke begründet sich auch in der Stärke seines Handels. Viele Arbeitsplätze hängen direkt von einem gesunden Handel ab. Rund 9.000 Menschen arbeiten im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe als sozialversicherungspflichtige Beschäftigte – das sind 20 Prozent aller Arbeitsplätze in Gießen. Mini-Jobs sind dabei noch nicht erfasst.Arbeitsplätze vor allem auch für die Menschen aus der Region. Nach Gießen pendeln täglich rund 34.000 Menschen ein, um hier zu arbeiten.

Bildungsstandort profitiert von Attraktivität der Innenstadt

Rund 8.500 Schüler aus dem Landkreis und darüber hinaus gehen hier zur Schule - dazu kommen rund 37.000 Studierende an der JLU und der THM. Was Arbeit und Bildung angeht, erfüllt Gießen eine große Funktion für das gesamte Umland. Das soll so bleiben.

Wenige Arbeitsplätze im Outlet bedrohen viele bestehende Arbeitsplätze

Die Investoren des Outlets versprechen 500-1.000 neue Arbeitsplätze in Pohlheim-Garbenteich. Sie verschweigen, dass diese Arbeitsplätze an anderen Stellen - vorrangig in Gießen — verloren gehen werden.
Das heißt: Das Outlet bedroht unmittelbar Arbeitsplätze in der Innenstadt.
Wer nun denkt: Das ist ein Nullsummen-Spiel. Mir ist es egal, ob mein Arbeitsplatz in Garbenteich oder Gießen ist, der irrt.
Denn das Outlet bedroht nicht nur unmittelbar Ausbildungs- und Arbeitsplätze im Handel der Innenstadt, die einfach 10 Kilometer weiter neu entstehen. Das Outlet bedroht mittelbar auch die Arbeitsplätze in der Gastronomie. Solche in der Kultur und im Sport.

Konsequenzen für das Wirtschaftszentrum Gießen

Und die Bedrohung geht weiter! Auch der Wirtschaftsstandort Gießen hätte ein Problem. Denn im Konkurrenzkampf mit anderen Städten und Standorten findet täglich eine Abstimmung mit den Füßen statt.
Die Attraktivität einer Stadt entscheidet darüber, ob sich größere und zukunftsträchtige Unternehmen (z.B. Forschung, IT) dort niederlassen und damit qualifizierte Arbeitsplätze für die Region geschaffen werden. Wenn die Attraktivität der Innenstadt nachlässt, kann dies mit allen Effekten auf Kultur und Freizeit letztlich über eine solche Ansiedlung entscheiden.

Positives für Wirtschaft und Tourismus in Mittelhessen?

Die Investoren versprechen positive Effekte für die Wirtschaft und den Tourismus in Pohlheim und Mittelhessen.
Sie geben an, dass 7 bis 20 Prozent aller Outlet-Center-Besucher nach einem Besuch im Outlet-Center den Weg in die umliegenden Innenstädte fänden. Und dass lokale und regionale Geschäfte sogar von den kaufkräftigen Kunden, die ein Outlet-Center in die Region ziehe, profitierten. Outlet-Center in direkter Innenstadt-Lage mögen solche beschriebenen Effekte hervorbringen. Deshalb sind sie übrigens - im Gegensatz zur Randlage Garbenteich - auch planerisch möglich.
Für ein Outlet in Garbenteich sind diese Argumente nicht haltbar.
Wer aber glaubt, dass Kunden, die erst mit direktem Autobahnanschluss und kostenlosem Parkplatz ganz bequem an das Outlet herangeführt werden, nach dem Einkauf noch in die 10 Kilometer entfernte Gießener Innenstadt oder ein anderes Stadtzentrum führen, um weiter zu shoppen oder einen Kaffee zu trinken oder sich Sehenswürdigkeiten anzusehen, der irrt.
Die Outlet-Kunden, die aus weiteren Entfernungen anreisen, sind in der Regel Tagesbesucher. Auch das weiß man aus Erfahrungen anderer Outlets. Sie verlassen das Terrain des Outlets nicht. Ihr Ziel ist das Shoppen – deshalb nennt man sie auch Shopping-Touristen. Sie machen gerne einen Shopping-Stop auf dem Weg in den Urlaub oder zurück – deshalb werden Outlets an hochfrequentierten Autobahnen und eben nicht in den Städten gebaut. Schnell rein, schnell raus.
Maximal besuchen Besucher aus der Ferne – das sind die Erfahrungswerte – eine touristische Familien-Attraktion wie einen Freizeitpark in der Nähe.
Kunden eines Outlets sollen gerade nicht andere Einkaufs- und Erlebniswelten erfahren und Geld in andere Geschäfte bringen. Das ist nicht gewollt. Die Investoren haben übrigens immer betont, dass ein Outlet nicht in Gießen, in integrierter Innenstadtlage realisiert werden soll. Weil sie keine Ergänzung oder Bereicherung für die Stadt und die Region sein wollen, sondern den gewachsenen Wirtschaftsstrukturen unsere Region mit wettbewerbsverzerrenden Angeboten Konkurrenz machen wollen. Eine Kampfansage an Gießen, Marburg und Wetzlar. An Grünberg, Lich, Butzbach, Friedberg und Bad Nauheim.

Kurz gefasst

Ein Outlet bringt keine zusätzlichen Arbeitsplätze oder zusätzliche Steuern in die Region und ist keine Bereicherung. Ein Outlet gefährdet Arbeitsplätze. Ein Outlet verschärft den Konkurrenzkampf und setzt auf schnelle Geschäfte. Wer weiter und dauerhaft in einem attraktiven Gießen, in einer attraktiven Region leben, arbeiten, studieren will, dem entzieht das Outlet die Lebensgrundlage.

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